Keiko Osame 2018

Wie in jedem Jahr ist es auch heute wieder merkwürdig die folgenden Zeilen zu verfassen. Die angeblich so besinnliche Vorweihnachtszeit gleicht zunehmend mehr einem Marathon mit Zeitvorgabe, den es zu absolvieren gilt. Je näher es auf die Feiertage zugeht, umso hektischer wird das Treiben um uns herum und umso hektischer wird auch das Gemüt. Und dann kommt der Moment in dem jemand die Handbremse zieht. Ruckartig steht alles still und die vergangenen Wochen und Monate rauschen an einem vorbei.

Für mich ist das jährliche Keiko Osame, das letzte Training im Jahr, diese Handbremse. Getrieben von der Hektik des letzten Arbeitstags und finalen Erledigungen, hastet man abends schnell ins Dojo. Nochmal richtig Gas geben, den Frust der letzten Tage raustrainieren und mit dem Jahr abschließen. Und es ist erstaunlich wie gut dies funktioniert wenn man das richtige Trainingsmittel wählt. Ich greife gerne auf Dinge zurück, die einen in Bewegung halten, die der Geschwindigkeit des noch immer rennenden Geistes angemessen sind und dennoch dazu geeignet sind den Geist langsam von den vielen kreisenden Gedanken zu befreien. Nach einem kurzen Erwärmungs- und Kardiotraining unter Zuhilfenahme der Kihon-Waza und anschließendem Body Conditioning, um den Kopf auf Spur zu bringen, widmeten wir uns in der verbleibenden Zeit dem Training an den Handpratzen. Ich entschied mich bei einer einzelnen Technikgruppe zu bleiben und dafür lieber verschiedene Formen des Tai-Sabaki (hier vor allem Rotationsbewegungen) zu integrieren. Auf diese Weise entwickelten wir nach und nach einen kurzen aber dennoch anspruchsvollen Pad-Work-Drill und ich denke das am Ende jeder in der Lage war diesen zumindest grundlegend umzusetzen. Der eine oder andere natürlich mehr oder weniger intensiv. Das erlaubte allerdings, einzelne Schüler auch akrobatisch etwas zu fordern und den, von Ong Bak inspirierten, fliegenden Ellenbogenschlag zum Kopf zu üben.

Doch was wäre das letzte Training des Jahres wenn wir die Zeit im Anschluss nicht noch dafür nutzen könnten die Dojo-Gemeinschaft zu pflegen. Denn letztlich sind es die Gemeinschaft, die guten Gespräche, und das Fachsimpeln über ähnliche und unähnliche Ansichten, was ein Dojo ausmacht und am Leben hält. Zwischen verschiedenen

Musikgeschmäckern, merkwürdigen japanischen Musikinstrumenten und einer spontanen Shuffle-Dance-Einlage, verging die Zeit wie im Fluge und es war letztlich der nette Mann von der Objektüberwachung, der die After-Training-Party gegen 23:30 Uhr beendete.

An dieser Stelle bleibt mir noch mich bei all meinen Schülern zu bedanken. Für die Geduld, das Durchhalten und die Liebe zur Kampfkunst Karate, die ihr im letzten Jahr erneut an den Tag gelegt habt. Ohne euch gäbe es den Koryukan Fulda nicht und ihr seid es, die ihn am Leben und Atmen halten.

Vielen Dank dafür! Hontou ni arigatou gozaimashita!

Unser Dojo schließt nun seine Pforten für die kommenden zwei Wochen. Wir sehen uns in alter Frische am 09.01.2019 wieder. Bis dahin wünsche ich allen

Ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019.
メリークリスマス
良いお年を

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